KONZEPT Binnendifferenzierung SA Auen


1 Grundsatz
Das Kerngeschäft der Lehrerinnen und Lehrer ist der gute Unterricht. Die Sekundarschule Frauenfeld richtet ihr Schulprogramm für die nächsten Jahre gezielt auf die Unterrichtsentwicklung aus. Das bedeutet nicht, dass in diesem Bereich Defizite festgestellt wurden, sondern dass die Sekundarschule Frauenfeld den Fokus auf die anstehenden Veränderungen im Lehrplan 21 und die damit verbundenen Anforderungen an die Lehrpersonen setzt. Mit der Ausbildung KOS (Kompetenzen orientierte Schulen) bietet die Sekundarschule Frauenfeld die nötigen Voraussetzungen für eine ressourcenorientierte Unterrichtsentwicklung.

2 Ausgangslage
Die Sekundarschulbehörde hat am 26.11.2010 strategische Vorgaben für die durchlässige Sekundarschule Frauenfeld beschlossen (siehe Anhang oder www.schulen-frauenfeld.ch/internssg/Schulhandbuch/Politisch-Strategische Führung/Kapitel 3.12). Die strategischen Vorgaben beinhalten unter anderem, dass weiterhin stabile Schülerinnen- und Schülergruppen im Sinne von „Stammgruppen“ bestehen. Der schülerzentrierte Unterricht mit selbständigem Lernen soll im Verlaufe der Sekundarschulzeit zunehmen. Damit dies pädagogisch, didaktisch und methodisch umgesetzt werden kann, hat die Sekundarschulbehörde auf Antrag der Schulleitungen beschlossen, die Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarschule Frauenfeld gezielt auf die anstehenden Aufgaben aus- bzw. weiterzubilden. Die KOS-Ausbildung unter der Leitung der Pädagogischen Hochschule St. Gallen bildet die Lehrerinnen und Lehrer in den Bereichen Kompetenzraster, Lernarrangement, Kommunikation, Umgang mit Veränderungen und kooperativem Lernen weiter. Die Weiterbildung begann im Sommer 2011 und dauert drei Jahre.
Getragen von den gesammelten Erfahrungen und den Anstössen und Inputs aus den KOS-Veranstaltungen hat sich ein Jahrgangsteam der Sekundarschulanlage Auen zusammengesetzt und ein Teilprojekt für den kommenden ersten Jahrgang 2012-2015 vorgeschlagen. Das übergeordnete Ziel einer verstärkten Binnendifferenzierung und Individualisierung soll dabei den Gesamtkontext der pädagogischen-, didaktischen- und methodischen Überlegungen, die sozialen Aspekte (Klassenbildung) und die administrativ-organisatorischen Zwänge miteinbeziehen.

3 Dringlichkeit

Die Erfahrungen aus den KOS-Veranstaltungen motivierten das Team B.K./W.G, die Binnendifferenzierung und Individualisierung im Klassenverband anzuwenden. Seit Beginn des aktuellen Schuljahres wird das neue Mathematik-Lehrmittel eingesetzt, welches gezielt auf die Binnendifferenzierung ausgerichtet ist. Rückmeldungen der Mathematik-Lehrpersonen weisen darauf hin, dass ein gleichzeitiges Unterrichten mit verschiedenen Niveaus sehr wohl machbar ist. Die Sprachlehrpersonen könnten sich im Fach Französisch ebenfalls eine Binnendifferenzierung vorstellen. Im Schuljahr 2013/14 wird zudem das neue Englisch-Lehrmittel eingeführt, welches ebenfalls für einen binnendifferenzierten Unterricht vorgesehen ist.

In der aktuell praktizierten, organisatorischen Umsetzung der durchlässigen Sekundarschule liegt der Schwerpunkt mehr auf der Bewältigung der anstehenden administrativen Probleme in der konsequenten Handhabung der Umstufungen. Dabei müssen lernrelevante und beziehungsstärkende Faktoren oft in den Hintergrund treten. Zwangsumteilungen (administrative Umteilungen) sind nicht zu verhindern. Viele Lehrpersonen erleben ihre Arbeit als weniger wirksam, die Beziehung LehrerIn-SchülerIn ist weniger stark als im alten System ohne Durchlässigkeit. Administrative und organisatorische Aspekte dominieren die Stundenplanung, beziehungsrelevante Faktoren können nur schwer einfliessen.


4 Organisation

4.1 Projektgruppe

Die Projektgruppe setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

Jahrgangsteam 1 der SA Auen, Schuljahr 2012/2013, namentlich Michael Buzzi, Urs Poltéra, Ruth Gantenbein, Bea Keller, Werner Gunterswiler, Peter Müller, Mark Knecht, Pamela Neiger, Nicole Müller, Sabine Höhneisen, Isabelle Hindermann, Karin Urech

Das Pilotprojekt wird geleitet von Claudio Bernold, Schulleiter SA Ost und begleitet von Walter Hugentobler, Schulleiter SA Auen.

4.2 Begleitung und Beratung

Unterstützt wird das Pilotprojekt von der Pädagogischen Hochschule St. Gallen unter der Leitung von Alois Keller. In fachlichen Bereichen wird das Team von Armin Sieber, Coach an der KOS-Ausbildung begleitet und unterstützt.


4.3 Information der Schulanlagen Reutenen und Ost
Das Pilotprojekt wurde in den anderen Schulanlagen durch die jeweilige Schulleitung an einer Teamstunde/einem Konvent im Februar 2012 vorgestellt. Sie wurden über den Verlauf und die Vorgaben des Pilotprojekts informiert. Sie sind in Kenntnis gesetzt worden, dass die gemachten Erfahrungen und Ergebnisse allen Schulanlagen transparent zur Verfügung gestellt werden.


5 Vorgaben
5.1 Strategische Vorgaben der SekundarschulgemeindeDie strategischen Vorgaben der Sekundarschulgemeinde behalten ihre Gültigkeit. Diese sind im Anhang nochmals aufgeführt. (Quelle Schulhandbuch 3.12, www.schulen-frauenfeld.ch/internssg Schulhandbuch, 3 Politische Strategische Führung). Insbesondere muss sichergestellt werden, dass eine gewissen Jahrgangsdurchmischung stattfindet. Diese klassenübergreifende Zusammenarbeit kann in einzelnen Lektionen (z.B. Sport, Musik, Werken etc.) stattfinden oder mittels gemeinsamen Veranstaltungen (Exkursionen, Schulreisen, Lager).Erfüllung Punkt 5 der strategischen Vorgaben ist fragwürdig. Man könnte einen jahrgangsdurchmischten Nachmittag einsetzen, an dem die KL im Team vereinbarte Themen bearbeiten (Kooperation der LP), ev. mit Kompetenzraster.B.K./W.G



5.2 Direkter Bezug zur Ausbildung KOS
Das Pilotprojekt „Binnendifferenzierung SA Auen“ soll aus Sicht aller Beteiligten eine bedeutsame Optimierung des durchlässigen Systems bewirken. Sowohl auf der für Lernerfolg relevanten Beziehungsebene wie auch in der Kooperation der beteiligten Lehrpersonen. Bei dieser Neuausrichtung können Entwicklungsanteile und Werkzeuge aus KOS hilfreich genutzt werden, was die Wirksamkeit unterstützen kann und das zusätzliche Engagement der beteiligten Lehrpersonen überschaubar bleiben lässt.
Die fünf Module der KOS-Ausbildung fliessen direkt in den Pilot ein. So müssen Zusammenarbeitsformen unter den Lehrerinnen und Lehrern definiert werden, Stoffabsprachen koordiniert und auch das Bewertungssystem verfeinert werden. Direkte Nutzniesser werden die Schülerinnen und Schüler sein, welche mit dieser Form noch individueller betreut werden können. Mit diesem System sind administrative Wechsel nicht mehr nötig. Auch das Aufarbeiten des „höheren“ Stoffes kann in der Klasse direkt gemacht werden.



5.3 Berücksichtigung der Umstufungsreglemente

Die bestehenden Umstufungsreglemente der Sekundarschule Frauenfeld behalten ihre Gültigkeit. Alle Umstufungsentscheide müssen dem bestehenden Reglement entsprechen.
Das Umstufungsreglement findet man im Anhang oder unter, www.schulen-frauenfeld.ch/internssg Schulhandbuch, 5 Unterricht und Schulqualität, Kapitel 5.321.)



5.4. Berücksichtigung der Niveauunterschiede

Die Niveauzugehörigkeit wird im Zeugnis ausgewiesen. Der Unterricht in den Niveaus muss sich von den anderen in der Form und Tiefe unterscheiden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass schwächere Schülerinnen und Schüler mehr Zeit für Erklärungen benötigen.
Im Kapitel 7 (Mathematik) und 8 (Französisch) wird das Vorgehen noch näher beschrieben.


5.5 Allgemeine Vorgaben der Behörde
- Die Kompetenzenorientierung (die Umstellung kann nur schrittweise erfolgen - Überforderung der LP B.K./W.G.)
muss im Unterricht und in den verwendeten Materialien ersichtlich sein. Die Niveau-Unterschiede müssen bezüglich Inhalt, Unterricht, Prüfung und Bewertung ausgewiesen werden.
- Das Projekt darf kein „Zurück zur alten Form“ sein. Das Projekt muss klar den KOS-Ideen entsprechen. [MB3]
- Das Pilotprojekt wird evaluiert. Es ist klar, wann und wie evaluiert wird. Die Resultate müssen transparent sein und den anderen Schulanlagen zur Verfügung stehen[MB4] .
- Das Pilotprojekt wird durch die KOS-Leitung (Armin Sieber) begleitet.
- Das Projekt wird durch eine Schulleitung[MB5] geleitet.
- Alle Schulanlagen sind mit dem Pilotprojekt einverstanden[MB6] Erste Ergebnisse werden bereits nach einem Semester präsentiert.

- Eine gewisse Jahrgangsdurchmischung in einzelnen Bereichen muss gewährleistet werden.
- Das Konzept muss der Behörde in der Sitzung vom 3. April 2012 vorgelegt werden.

6 Evaluation

6.1 Evaluationsteam / Evaluationsgruppe


Die Evaluation wird unter der Leitung des Instituts für Schulentwicklung und Beratung der PH St. Gallen durchgeführt.
Forschungsleiter des KOS-Projekts
ist Robbert Smit, der auch für die Evaluation der KOS-Ausbildung zuständig ist. Grundsätzlich kann man so auch die Daten mit den KOS-Befragungen vergleichen[MB7] . Dazu müssten aber die Codes der beteiligten Lehrpersonen an die Evaluationsleitung offengelegt werden.

Als Evaluationsgruppe werden die Lehrerinnen und Lehrer definiert, die im ersten Jahrgang in den Fächern Mathematik und Französisch unterrichten[MB8] .

6.2 Ziele der Evaluation

Auf folgende Fragen sollten Antworten / Resultate gefunden werden:
Findet in den Mathematik- und Französisch-Lektionen eine gelebte Binnendifferenzierung und Individualisierung statt? Wer macht die Kompetenzraster für Franz? Reichen in Mathe die Lernziele des Buches als Kompetenzorientierung?B.K./W.G.
Ist eine verbesserte Beziehung LehrerIn – SchülerIn feststellbar[MB9] ?
Findet eine Kompetenzorientierung [MB10] im Unterricht statt? Woran erkennt man diese? In der 1. Klasse am Kompetenzraster Lern- und Arbeitsverhalten (an Zeugnis angepasst) arbeiten - regelmässige Coachinggespräche installieren B.K./W.G.
Welche Auswirkungen hat der binnendifferenzierte Unterricht auf die Niveau-Umteilungen?

6.3 Zeitpunkt und Art der Evaluation

Verschiedene Varianten für eine Evaluation stehen zur Diskussion:
Variante 1 (ergebnisorientiert)
:
Vor den Herbstferien findet eine Onlineumfrage für die SchülerInnen und LehrerInnen des ersten Jahrgangs statt. Eine zweite Onlineumfrage erfolgt im 3. Quartal.
Variante 2 (ergebnis- und prozessorientiert)
:
Zusätzlich
Variante 1
werden noch Einzelinterviews mit den Niveau-Lehrpersonen geführt.
Variante 3 (ergebnis- und prozessorientiert, höhere Anschaulichkeit): Zusätzlich zu Variante 2 werden noch Videoauswertungen aus dem Unterricht gemacht.Variante 4 (ergebnisorientiert, höhere Anschaulichkeit): zusätzlich zu Variante 1 werden noch
Videoauswertungen aus dem Unterricht gemacht.

6.4 Kosten der Evaluation

Die Kosten der Evaluation belaufen sich je nach gewählter Variante zwischen Fr. 6'400.- und Fr. 20'000.-. Diese Teilprojekt-Evaluation ist in der Gesamtofferte nicht vorgesehen und müsste separat bewilligt werden.
Die Projektgruppe schlägt die Variante 1 vor, da in der laufenden KOS-Ausbildung Raum und Zeit für Feedbackrunden zur Verfügung stehen.

6.5 Rückmeldungen

Die Resultate der Evaluation werden dem Jahrgangsteam, der Schulbehörde und den anderen Schulanlagen zugänglich gemacht (anonymisiert).


7 Binnendifferenzierung im Fach Mathematik

Die Mathematik-Lehrpersonen bereiten den Unterricht zum Teil gemeinsam vor. Absprachen finden betreffend Stoffinhalte, Prüfungen, Bewertungen, Lerntempo, Niveau-Unterschiede, Lernarrangements, Kompetenzen und allgemeinen Anforderungen statt. Die Treffen sollten wöchentlich stattfinden.

Die Vorbereitung ist eng an die kantonalen Kurse zur Einführung des neuen Mathematik-Lehrmittels gekoppelt. Stoffmengen, Lernziele und Zeitplan sind im Lehrmittel vorgegeben. Die gesamte Planung wird begleitet von A. Sieber.

Prüfungen sollen in allen Niveaus das gleiche Grundgerüst haben (so ist es im Lehrmittel auch vorgesehen / im Lehrmittel gibt es meines Wissens keine Tests!). Je nach Niveau variieren der Inhalt und vor allem auch die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler. Diesbezüglich soll auch eine Absprache der verschiedenen Lehrpersonen stattfinden, so dass zum Beispiel eine einheitliche Notenskala verwendet werden kann. Auch der Zeitpunkt der Prüfungen kann besser koordiniert werden. Das Lehrmittel berücksichtigt mit ihren Lernzielen die gewünschte Kompetenzorientierung Reicht das?.

Der Start der Binnendifferenzierung erfolgt mit der Niveau-Einteilung der Primarschule. Eine individuelle Standortbestimmung erfolgt nach ca. 4 Wochen unter Einbezug des Kompetenzrasters. Auch die Durchführung eines Cockpits kann in Betracht gezogen werden(Die Cockpits passen nicht auf das neue Mathelehrmittel). Entscheidend sind die regelmässigen Absprachen mit den Lehrpersonen, regelmässigen Lernkontrollen, welche auch als „Querprüfungen“ möglich sein können. Die Beurteilung erfolgt in Form von Noten. Die Fortschritte und Zielformulierungen werden unter Einbezug des Kompetenzrasters erfasst und ausgewiesen (Das braucht Zeitgefässe, haben wir mehr KL-Lektionen?/ Einheitliche Formulare für die Zieldefinitionen) . Ein regelmässiger Austausch mit den Eltern soll standardisiert werden(über das Journal.das klappt wunderbar), wie zum Beispiel bei Bedarf eine Elterninformation Ende des 1. Quartals und ein obligatorisches Elterngespräch im 2. Quartal.
In der Einführungsphase soll zudem die Möglichkeit des Teamteachings bestehen. So können Schwachstellen des Systems schnell erkannt und behoben werden.
Das Umstufungsreglement schreibt das Vorgehen bei Umstufungen vor. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in ihrem Niveau, Prüfungen werden in den jeweiligen Niveaus gehalten. Niveauunterschiede können aufgrund der verwendeten Lehrmittel (Aufgabenbuch Niveau e, m und g) klar ausgewiesen werden. Im Pilotjahr sollen auch Erfahrungen gesammelt werden, welche das starre Umstufungsprozedere betreffen. Das aktuelle Umstufungsprozedere steht im Widerspruch zur aktuellen und individuellen Leistungsfähigkeit und Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Dabei wird der grundsätzliche Ablauf (wer stellt einen Antrag, Schulleiter entscheidet) nicht in Frage gestellt, jedoch dürfte eine höhere Flexibilität bezüglich Umstufungstermine geprüft werden. Der Pilot wird aber zeigen, ob in diesem Bereich Handlungsbedarf besteht.


8 Binnendifferenzierung im Fach Französisch

Das Vorgehen im Fach Französisch ist weitgehend identisch mit dem Vorgehen im Fach Mathematik
Unter Begleitung von Armin Sieber, Coach in der KOS-Ausbildung, trifft sich das gesamte Jahrgangsteam regelmässig, um das gemeinsame didaktisch-methodische Konzept zur Binnendifferenzierung im Französischunterricht zu definieren. Zudem treffen sich die Französischlehrpersonen regelmässig zur gemeinsamen Vorbereitung des Unterrichts und zum Material- und Ideenaustausch.

Das im Französischunterricht eingesetzte Lehrmittel Envol ist – entgegen anderer Behauptungen – mit Blick auf einen individualisierten, binnendifferenzierten Fremdsprachenunterricht entwickelt worden. So sind alle Übungen im Buch und im Cahier d’activités mit Symbolen für die drei Niveaus gekennzeichnet und es wurde darauf geachtet, zu jedem Lernziel Übungen für die verschiedenen Niveaus anzubieten. Zudem sind die Bilans (formative Lernkontrollen) und die Beispieltests nach den frei Niveaus gegliedert.

Erleichternd für das Pilotprojekt kommt die Tatsache hinzu, dass das vom Zürcher Lehrmittelverlag neu herausgegebene „Cahier d’activité basique“ für die Niveaus g und teilweise m seit dem Jahr 2011 offizielles Lehrmittel im Kanton Thurgau geworden ist. Dieses Cahier d’activité basique unterstützt die Lehrpersonen beim Sicherstellen und Sichtbarmachen der Niveaus. Diese neue Lehrmittelergänzung beinhaltet auch einen angepassten Wortschatz, angepasste Lernziele und dem Niveau g angepasste formative Lernkontrollen.




9 Kommunikation


9.1 Interne Kommunikation

Die Lehrpersonen der Primarschulen und Sekundarschulen müssen über das Pilotprojekt informiert werden. Aus unserer Sicht hat der Pilot keinen Einfluss auf die Einstufung der Primarlehrpersonen. Eine entsprechende Information muss nach der Genehmigung des Pilotprojekts durch die Schulbehörde schriftlich an die Schulleitungen der Primarschulen gehen.
Die Schulhaus-Team
s
der SA Ost und SA Reutenen müssen über den Stand des Projektes informiert werden. Die Resultate müssen transparent zur Verfügung stehen. Eine individuelle Vorstellung des Pilots in den Schulanlagen soll anfangs 2. Semester terminiert werden.


9.2 Externe Kommunikation

Die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler erhalten mit der Klassenzuteilung die Information über das Pilotprojekt. Es macht Sinn bereits auf den ersten Elternabend hinzuweisen, wo die Schule detailliert Auskunft über die Neuerung im Unterricht gibt. Die Eltern müssen jederzeit die Sicherheit haben, dass die Binnendifferenzierung im Unterricht und im Zeugnis klar ausgewiesen wird und das Promotionsreglement weiterhin gültig ist. Ebenfalls muss das Verfahren für Umstufungen geklärt sein. Zusätzlich wird geprüft, ob auf Ebene der Schulgemeinde eine Information an die Öffentlichkeit stattfinden soll.



10 Einbezug von Fachstellen / Absprachen im Jahrgangsteam


10.1 Einbezug von Fachstellen

Der Einbezug von Fachstellen wie die schulische Heilpädagogik ist wichtig für die geplante Umsetzung. Es geht dabei um eine klar definierte Begleitung und Unterstützung der Niveau-Lehrpersonen. Da in den anderen beiden Jahrgängen eine Kleinklasse besteht, muss ein gewichtiger Anteil der zur Verfügung stehenden SHP-Lektionen klar dem Jahrgang zu Gute kommen, der keine Kleinklasse führt. Ein möglicher Anteil von 50% der SHP-Lektionen für den Jahrgang 1 dürfte realistisch sein. Diese Entscheidung muss aber von der Schulleitung Auen gefällt werden.


10.2 Absprachen im Jahrgangsteam

Die Absprachen im Jahrgangsteam verlagern sich vom Zusammentragen der Resultate, Noten und Sozialkompetenzen zu einem regelmässigen Austausch über fachspezifische Inhalte, über pädagogische-, didaktische- und methodische Themen. Auch könnte eine Arbeitsteilung bezüglich Vorbereitung von Unterrichtsblöcken, Tests und Bewertungen denkbar sein.
Es ist auch zu überlegen, ob eine regelmässige Supervision [MB17] für die beteiligten Lehrpersonen sinnvoll wäre, da die Belastung mit drei Niveaus gleichzeitig in der Klasse sehr hoch ist.




11 Finanzierung / Kosten


11.1 Einfluss auf den Lektionenpool

Das Pilotprojekt braucht entsprechende zeitliche und finanzielle Ressourcen. Während der Pilotphase sollen die frei werdenden m-Niveaulektionen den betroffenen Lehrpersonen zur Verfügung gestellt werden. In dieser Zeit sollen sie Anpassungen im Unterricht vornehmen, Absprachen treffen, Zeit in die Vorbereitung investieren, sich regelmässig austauschen. Im Kapitel 7 bzw. 8 sind mögliche Inhalte bereits umschrieben worden. Der Lektionenpool wird dabei nicht zusätzlich belastet.

11.2 Anstehende Kosten

Ein Kostenfaktor ist die Evaluationsofferte, welche nicht in der KOS-Gesamtofferte vorgesehen ist. Weitere Kosten sind nicht vorgesehen.

12 Projektplanung



12 Projektplanung


Mt
Tag
Projektgruppe

Behörde
März

Konzept Binnendifferenzierung erstellen
Mitglieder füllen Konzept mit Inhalt

Beschluss Behördeprogramm


April
3.
Konzept wird der SSGF-Behörde vorgelegt

Grünes Licht für Weiterarbeit?

Beginn Detailplanung in den beiden Niveaufächern

Info an die Behörde durch PL
Mai
15
Zwischenstandsmeldung
Information an die Schulleitungen der Primarschulen

Info an die Behörde durch PL
Info durch PL
Juni
12
Zwischenstandsmeldung

Info an die Behörde durch PL
Sept

Erste Evaluation

Info an die Behörde durch PL
Nov

Informationen bzgl. anstehende Niveauwechsel

Info durch PL
Dez

Jahrgangsteamsitzung


Jan

Umstufungskonferenz


Feb

Anpassungen Pilot

Info durch PL

Beginn 2. Semester: Zweite Evaluation
Information der anderen Schulanlagen

Info an die Behörde durch PL
Info durch PL
April

Resultate Evaluation
Antrag auf Weiterführung bzw. Ausweitung oder Abbruch

Info an die Behörde durch PL
Entscheid Behörde?
April-Juni

Interne Ausbildung der anderen Jahrgänge


Juli

Projektabschluss













Pshluss




13 Anträge an die Behörde
Die Behörde genehmigt das vorliegende Konzept.
Die Behörde bewilligt den Pilot "Binnendifferenzierung SA Auen".
Die Behörde bewilligt die von der Projektgruppe vorgeschlagene Evaluation durch die PH St. Gallen.
Die Behörde bewilligt der Schulleitung, die Lektionen, welche durch die Auflösung des mittleren Niveaus zur Verfügung stehen, der Projektgruppe für die Weiterentwicklung des Pilotprojekts, dem Teamteaching und der gemeinsamen Vorbereitung zur Verfügung zu stellen.



13 Anhang



13.1 Grundlegende Dokumente

  • Strategische Vorgaben der Sekundarschulbehörde
  • Umstufungsreglement der SSGF





























[a1]Braucht es JAHRGANGSdurchmischung oder genügt nicht einfach die INTEGRATIVE Form, dass es keine Real-/Sek-Einteilung mehr gibt?
[MB2]Dieser Absatz entspricht nicht den Intentionen der beteiligten Lehrpersonen. Die Einteilung in Stammklassen G und E bleibt erhalten und es besteht keine Absicht, diese in den nächsten drei Schuljahren in Frage zu stellen. Jahrgangsdurchmischte Formen sind ebenfalls kein Thema. Vorschlag: Absatz streichen oder umformulieren.
Es geht um: Binnendifferenzierung, Kompetenzorientierung, (bitte ergänzen)
[MB3]-à hier wäre ich froh um eine Präzisierung, sowohl bezüglich „alter Form“ als auch „KOS-Ideen“

[MB4]à grundsätzlich begrüssenswert, aber womit (mit welchen Daten) wird verglichen?
[MB5]den Schulleiter, Claudio Bernold
[MB6]Wurden sie wirklich gefragt, und was wäre passiert, wenn sie nicht „einverstanden“ gewesen wären? Vielleicht stattdessen: „Die Schulanlagen Ost und Reutenen wurden über das Projekt informiert“
[MB7]Diese Befragungen sind unter unklaren Bedingungen zustande gekommen und sehr bedingt aussagekräftig.
[MB8]Wieso diese Einschränkung? Die Auswirkungen müssten sich auch in den anderen Fächern bemerkbar machen (z.B. Klassenzusammenhalt). Vorschlag: Ausweitung auf alle Lehrpersonen des Jahrgangs.
[MB9]Verbessert“ verglichen mit was? Woran ist diese Verbesserung erkennbar?
[MB10]Was bedeutet „Kompetenzorientierung und wie ist diese erkennbar/messbar?
[MB11]Planung durch die beteiligten Lehrpersonen, eng verknüpft mit der Einführung ins neue Lehrmittel. Begleitung und Beratung durch A. Sieber.
[MB12]Wird laufend ergänzt, Termine nach Möglichkeit und Bedarf.
[MB13]Gemäss Stoffplan und Vorgaben durch das Lehrmittel
[MB14]Start mit der Einteilung, die durch die Primarlehrpersonen erfolgt ist. Individuelle Standortbestimmung in den ersten vier Wochen – unter Einbezug des Kompetenzrasters. Evtl. Durchführung von Cockpit und dessen Einbezug. Regelmässige Lernkontrollen des neu vermittelten Stoffes mit gegenseitiger Absprache unter den Lehrpersonen – teilweise als „Querprüfungen“. Beurteilungen in Form von Noten, Erfassen von Fortschritten und Zielformulierung unter Einbezug des Kompetenzrasters. Information der Eltern zum geeigneten Zeitpunkt (Herbstferien?) und in Elterngesprächen (2. Quartal). Umstufungskriterien verfeinern und Notengebung unter der Berücksichtigung der individuellen Notenpraxis der Lehrpersonen eichen und synchronisieren.
[MB15]Hier besteht m.E. noch Weiterbildungsbedarf. Es müssten geeignete Tests vorliegen/erstellt werden, die den Lernstand nach der Primarschule prüfen, d.h. dem Stoffplan bis zur 6. Klasse entsprechen. Kompetenzraster sollten diese Kompetenzen enthalten und transparent aufgliedern.
[MB16]Grundsätzlich mit klarer Einteilung/Zugehörigkeit (G, M oder E) – Niveau-angepasster Unterricht, HA, Prüfungen, Benotungen. Erfahrungen sammeln in Hinsicht „starres Umstufungsprozedere vs flexibles, aber transparentes Berücksichtigen von Leistungsfähigkeit und Entwicklung der SuS“ ebenso wie „klare Trennung in drei Niveaus vs flexible und individuelle Anforderungsprofile“
Grundsatzfrage: Sind die Niveaueinteilungen in AuA und Gm zwingend gekoppelt? Eigentlich müsste eine separate Zuteilung möglich sein, da sie dem Konzept entspricht (Individualisierung), im Zeugnis unterschiedlich ausgewiesen werden kann (zwei verschiedene Noten) und der Realität entspricht (häufig unterschiedliche Stärken der SuS in AuA respektive Gm).
[MB17]Eine interessante Idee, die verfolgt werden sollte.